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Aktuelle Borkenkäfersituation in Sachsen

Aktualisiert am 15. November 2022

Großaufnahme eines Buchdruckers © Foto: Franz Matschulla

Seit 2017 sind in den sächsischen Wäldern Schäden von immensen Umfang zu verzeichnen. Eine Entspannung der Situation, vor allem der Schädigung der Wälder durch Borkenkäfer, ist derzeit nicht abzusehen. Nachfolgend finden Sie Informationen zur aktuellen Entwicklung der Schadsituation.

Seit 2020 gehen die Borkenkäferschäden sachsenweit tendenziell zurück, jedoch in teils sehr unterschiedlicher Ausprägung in den einzelnen Regionen. Eine Ursache für den Rückgang der Schäden ist der – für den Wald – günstigere Witterungsverlauf im Jahr 2021. Leicht überdurchschnittliche Regenmengen im vergangenen Jahr haben die Vitalität der Waldbäume verbessert.

Nach Sturmschäden im vergangenen Winterhalbjahr, einem sehr trockenen und warmen Sommer 2022 sowie der damit verbundenen Anlage einer dritten Generation des Buchdruckers (der gefährlichsten Borkenkäferart in Sachsen), wurde ein erneuter Anstieg der Schäden befürchtet. Dieser ist landesweit betrachtet jedoch nicht eingetreten.

Obwohl die Borkenkäferschäden seit 2020 sachsenweit tendenziell rückläufig sind, ist die Anzahl der Schädlinge in den Wäldern und die Menge an befallenen Bäumen nach wie vor sehr hoch und bestimmt weitgehend die Arbeit der Forstleute.

Die Borkenkäfer gehen jetzt in die Winterruhe über. Sie überwintern unter der Rinde von Bäumen oder im Waldboden. Im Frühjahr 2023 ist erneut von einer hohen Populationsdichte an Borkenkäfern in den sächsischen Wäldern auszugehen – das hohe Gefährdungspotenzial besteht also weiterhin.

Das weiterhin hohe Gefährdungspotenzial macht es auch in den nächsten Monaten und im kommenden Jahr erforderlich, die vorhandenen Gegenmaßnahmen konsequent umzusetzen und zu verbessern.

Einschlag und Abtransport von befallenen Bäumen sind deshalb auch jetzt und über den Winter hinweg noch sinnvoll, weil so der Befallsdruck im kommenden Frühjahr, wenn die überwinterten Käfer wieder ausschwärmen, reduziert werden kann.

Nach Rekordschäden durch Borkenkäfer in den Jahren 2019 und 2020 mit je rund 2,1 Millionen Kubikmetern sind die Schäden im vergangenen Jahr bei günstiger Witterung leicht auf 1,8 Millionen Kubikmeter gesunken. Seit 2020 gehen die Schäden tendenziell zurück.

Seit Oktober 2017 sind mehr als 11,5 Millionen Kubikmeter Schadholz in den Wäldern Sachsens angefallen. Rund die Hälfte davon entfällt auf Schäden durch Borkenkäfer, der Rest sind Sturm- und Schneebruchschäden. Über 82.000 Hektar Wald – und damit mehr als 17 Prozent der Gesamtwaldfläche – wurden bislang geschädigt. Die Schadholzmenge durch Buchdrucker im Jahr 2021 liegt mit 1,5 Millionen Kubikmetern Schadholz unter der des Jahres 2020 (2,1 Millionen Kubikmeter Schadholz).

Tabelle: Entwicklung der Schadholzmengen in Kubikmetern in den Jahren 2017 bis 2021 und des Anteils der Schäden durch Borkenkäfer (BK) getrennt nach Staatswald und Privat- und Körperschaftswald (Quelle: Forstschutzkontrollbuch)

  2017   2018   2019   2020   2021   2022 (FSKB per 30.09.
  Schadholz davon BK Schadholz davon BK Schadholz davon BK Schadholz davon BK Schadholz davon BK Schadholz davon BK
Staatswald 77.000 47.000 2.105.000 510.000 1.855.000 1.017.000 1.107.000 858.000 519.000 455.000 465.000 245.000
Privat- und Körperschaftswald 91.000 28.000 1.183.000 315.000 1.666.000 1.142.000 1.639.000 1.267.000 1.564.000 1.333.000 715.000 442.000
Summe 168.000 76.000 3.289.000 825.000 3.521.000 2.159.000 2.746.000 2.125.000 2.083.000 1.789.000 1.180.000 687.000

 

Die regionalen Schwerpunkte der Waldschäden in Sachsen liegen auch 2022 im Oberlausitzer Bergland, im Zittauer Gebirge und in der Sächsischen Schweiz, wo vor allem Fichten auf großen Flächen absterben oder bereits abgestorben sind. Gegenüber dem Vorjahr stagnieren die Schäden in diesen Regionen auf einem sehr hohen Niveau. Im Westerzgebirge und im Vogtland waren die bisher befallenen Holzmengen geringer als in den Schwerpunktgebieten. Jedoch ist in diesen Regionen eine deutliche Zunahme der Schäden gegenüber dem Vorjahr zu beobachten, die zu erhöhter Wachsamkeit mahnt. Auch im Erzgebirge wurde eine sehr hohe Aktivität von Borkenkäfern verzeichnet, der befürchtete Anstieg der Schäden konnte aber bisher verhindert werden. In den übrigen tiefergelegenen Teilen von Sachsen sind die Schadholzmengen weiter zurückgegangen.

Betroffen ist vor allem die Fichte, jedoch sind auch bei Kiefern und Lärchen große Schäden zu beobachten. Die intensive Trockenheit führt aber auch zu Schäden bei Laubbaumarten mit anschließendem Schädlings- und/oder Pilzbefall.

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