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Aktuelle Borkenkäfersituation in Sachsen

Aktualisiert am 13. Mai 2022

Großaufnahme eines Buchdruckers © Foto: Franz Matschulla

Seit 2017 sind in den sächsischen Wäldern Schäden von immensen Umfang zu verzeichnen. Eine Entspannung der Situation, vor allem der Schädigung der Wälder durch Borkenkäfer, ist derzeit nicht abzusehen. Nachfolgend finden Sie Informationen zur aktuellen Entwicklung der Schadsituation.

Die hohen, nahezu sommerlichen Temperaturen der letzten Tage haben die Käferaktivität erheblich intensiviert. Auch in den Mittelgebirgslagen ist jetzt mit einem Befall neuer Bäumer zu rechnen.

Bis in ca. 400 m ü. NN ist der Hauptschwärmflug in vollem Gange und frischer Befall tritt häufig unvermittelt und zum Teil auch sehr konzentriert auf. Bereits bis in 700 m ü. NN wird zudem Befall an liegendem Holz gemeldet.

Die Ergebnisse des Borkenkäfermonitorings zeigen, wenn auch regional unterschiedlich stark ausgeprägt, dass die Überwinterung der Käfer erwartungsgemäß überwiegend erfolgreich war und hohe Populationsdichten mit der Anlage der 1. Generation beginnen.

In Kombination mit der momentan anhaltenden Niederschlagsarmut und der intensiven „Fichtenblüte“ ist derzeit von einem hohen Gefährdungspotenzial in den sächsischen Wäldern auszugehen.

Um weitere Schäden durch Borkenkäfer zu vermeiden sind jetzt folgende Schritte notwendig:

  • Intensive Kontrolle der Wälder auf frischen Befall der Bäume (Suche nach zum Beispiel Harztröpfchen und Harzfluss am Stamm, braunem Bohrmehl auf der Rinde und am Stammfuß sowie nach rötlichen und abfallenden Nadeln)
  • Rasche Aufarbeitung des Wurf- und Bruchholzes aus dem Winter, damit es nicht als Brutraum von Borkenkäfern genutzt werden kann.

Seit Oktober 2017 sind mehr als 11,5 Millionen Kubikmeter Schadholz in den Wäldern Sachsens angefallen. Rund die Hälfte davon entfällt auf Schäden durch Borkenkäfer, der Rest sind Sturm- und Schneebruchschäden. Über 82.000 Hektar Wald – und damit mehr als 17 Prozent der Gesamtwaldfläche – wurden bislang geschädigt. Die Schadholzmenge durch Buchdrucker im Jahr 2021 liegt mit 1,5 Millionen Kubikmetern Schadholz unter der des Jahres 2020 (2,1 Millionen Kubikmeter Schadholz).

Tabelle: Entwicklung der Schadholzmengen in Kubikmetern in den Jahren 2017 bis 2021 und des Anteils der Schäden durch Borkenkäfer (BK) getrennt nach Staatswald und Privat- und Körperschaftswald (Quelle: Forstschutzkontrollbuch)

  2017   2018   2019   2020   2021 (FSKB per 31.12.)
  Schadholz davon BK Schadholz davon BK Schadholz davon BK Schadholz davon BK Schadholz davon BK
Staatswald 77.000 47.000 2.105.000 510.000 1.855.000 1.017.000 1.107.000 858.000 502.000 445.000
Privat- und Körperschaftswald 91.000 28.000 1.183.000 315.000 1.666.000 1.142.000 1.639.000 1.267.000 1.539.000 1.313.000
Summe 168.000 76.000 3.289.000 825.000 3.521.000 2.159.000 2.746.000 2.125.000 2.041.000 1.758.000

Bei der Baumart Fichte wurden im Vogtland sowie im Erzgebirge durch die konsequente Schadholzsanierung der Buchdruckerschäden in Verbindung mit einer günstigen Wetterentwicklung besonders im Jahr 2021 deutliche Fortschritte erzielt. Die Schadholzmenge im Jahr 2021 ist, vor allem im sächsischen Staatswald, deutlich geringer als in den Vorjahren.

Im Gegensatz dazu sind südöstlich bis südwestlich von Chemnitz sowie links- und rechtselbisch im Elbsandsteingebirge, einschließlich des Übergangs zum Osterzgebirge, und der Oberlausitz weiterhin sehr hohe Schadholzmengen der Fichte zu verzeichnen.

Die Schäden an Kiefer und Lärche breiten sich zunehmen nach Osten aus. Mehrere Schadinsekten (Sechs- und zwölfzähniger Kiefernborkenkäfer, Großer und Kleiner Waldgärtner sowie Blauer Kiefernprachtkäfer) sind daran beteiligt. Eine Sanierung des Befalls durch ein rechtzeitiges Erkennen ist sehr schwierig. Tendenziell ging der Befall in 2021 im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls zurück, befindet sich aber noch auf einem insgesamt überdurchschnittlichen Niveau. Die Schäden treten vor allem in der Königsbrücker Hiede, der Dübener und Dahlener Heide, im Landkreis Leipzig, der Moritzburger Heide und der nördlichen Niederlausitz auf.

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