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Maßnahmen zur Befallserkennung und Bekämpfung

Phasen der Buchdruckerentwicklung und Waldschutz-Hinweise

Die zeitliche Durchführung einer Vielzahl von Waldschutzmaßnahmen ist an den jeweiligen phänologischen Entwicklungszustand der Borkenkäfer gebunden. So ist beispielsweise die Sanierung von befallenem Holz nur in den so genannten „weißen Stadien“ des Käfers möglich, da nur Eier, Larven und Puppen durch diese mechanische Maßnahme erfolgreich abgetötet werden. In einer Übersicht sind Maßnahmen zur Überwachung und Bekämpfung des Buchdruckers in Verbindung mit der Käferentwicklung dargestellt.

Auf der Grundlage von Messdaten der Waldklimastationen des SBS und insbesondere täglicher Mess- und Prognosedaten (7-Tagesprognose) des DWD wird mit dem vom Institut für Forstentomologie, Forstpathologie und Forstschutz der Universität für Bodenkultur Wien entwickelten Modell PHENIPS für territorial abgegrenzte Gebiete („Borkenkäferregionen“) der jeweils maximale (am weitesten fortgeschrittene) Entwicklungszustand des Buchdruckers abgeschätzt. Für die Ableitung von Maßnahmen an einem bestimmten Waldort muss dies jedoch noch durch lokale Beobachtungen konkretisiert werden.

Maßnahmen zur Borkenkäferbekämpfung

Holzlagerplatz an einem Waldweg
Holzlagerplatz – mögliche Brutstätte des Borkenkäfers 

In der Praxis werden folgende Maßnahmen zur Bekämpfung des Borkenkäfers angewandt:

  • Abfuhr von Befallsholz und bruttauglichem Material bis zum 31. März des Kalenderjahres
  • Abfuhr von Fangholz und Holz aus dem Wintereinschlag bis zum 15. Juni des Kalenderjahres
  • Einhalten eines Abstands zwischen Befallsholz und disponiertem Bestand von mindestens 500 Metern (höchstens zwei Kilometern)

Reduzierung der überwinternden Käferpopulationen

Gänge des Borkenkäfers

Gänge des Borkenkäfers

Zur erfolgreichen Bekämpfung der Anzahl der Schädlinge ist die Kenntnis des Überwinterungsortes wichtig.

  • Der Buchdrucker überwintert typischerweise unter der Rinde eines Baumes.
  • Der Kupferstecher überwintert im Brutmaterial.

Sanierung

Eine Sanierung des befallenen Baumbestands ist in den meisten Fällen sinnvoll. Dabei richten sich die Sanierungsmaßnahmen nach dem Befallszustand.

Zu beachten sind:

  • Rangfolge: Abfuhr – mechanisch – (chemisch)
  • die Sicherung des Holzabsatzes

Minimierung des Brutraumangebotes im Frühjahr

Zur Minimierung des Angebots an Brutraum sollte im Frühjahr das Wurf- und Bruchholz beräumt werden.

  • Pflege- und Durchforstungsmaßnahmen erhöhen im Folgejahr die Befallsdisposition.
  • Bei besonderer Gefährdung sollten die Maßnahmen zeitlich verschoben werden. Das gilt besonders für Lärchenbestände.
  • Die zu bearbeitenden Bestände müssen sorgfältig ausgewählt werden.
  • Harvestereinsatz mit maximaler Aufarbeitung ist vorrangig.
  • Vorbereitung auf den »ungünstigen Fall« sollten getroffen werden.
  • Der Prinzipien einer »sauberen Wirtschaft« sollten bestmöglich umgesetzt werden.

Vermeidung von Stehendbefall

Dreifallenstern
Dreifallenstern 

Fallen, Fangbäume und Fangholzhaufen sind ergänzende Verfahren zur Befallsreduzierung. Sie besitzen eine Reihe von Vor- und Nachteilen. Fallen sollten nur als Dreifallensterne an geeigneten Standorten eingesetzt werden.

Fangbäume dürfen nur im Frühjahr für die überwinternden Käfer und nur soviel wie termingemäß sanierbar angelegt werden.

Fangholzhaufen aus Fichtenabschnitten
(1,8 bis 2,0 m lang, Zopfdurchmesser mindestens 10 cm) müssen mit einem zugelassenen Insektizid, z. B. »Fastac Forst« oder »KARATE FORST flüssig« behandelt und mit Pheromondispensern beködert werden.

Künstlicher Fangholzhaufen Trinet
Trinet 

In Form des Trinet®P ist ein sogenannter künstlicher Fangholzhaufen auf dem Markt erhältlich.

Zum Schutz von Holzpoltern kann das Storanet® verwendet werden.

Die Anwendung aller Verfahren erfordert ein hohes Maß an Fach- und Sachkunde. Die Anwendung chemischer Pflanzenschutzmittel ist nur Personen mit einer gültigen Pflanzenschutzsachkunde im Sinne des Pflanzenschutzgesetzes gestattet.

Erkennung und Sanierung von Stehendbefall

Borke mit Käferbefall

Borke mit Käferbefall

Um einen Befall schnell zu erkennen und geeignete Gegenmaßnahmen ergreifen zu können ist es notwendig an Befallsschwerpunkten wöchentliche Kontrollen hinsichtlich der typischen Befallsmerkmale durchzuführen.

Dabei sind folgende Punkte von Bedeutung:

  • Verfügbarkeit von Fachpersonal
  • Beibehaltung der integrierten Bekämpfungsstrategie
  • Die weitere Befallsentwicklung wird neben der Witterung vor allem von der Effektivität der Bekämpfung der überwinternden Käfer und der 1. Generation bestimmt!
Schema: Konzept einer integrierten Borkenkäferbekämpfung
Schema: Konzept einer integrierten Borkenkäferbekämpfung (Quelle: AID 10152016, Borkenkäfer an Nadelbäumen) 
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