Hauptinhalt

Zertifizierung

Forstliche Zertifizierung

Die Idee der forstlichen Zertifizierung entstand ursprünglich aus der Diskussion um den Schutz der tropischen Regenwälder durch einen Boykott der Verwendung von Tropenholz. Forstliche Zertifizierungssysteme lösten als Instrumente der Förderung und Sicherung einer nachhaltigen Waldwirtschaft die Diskussionen um einen Tropenholzboykott ab. Eine weitere Quelle für die Entwicklung von Qualitätssiegeln für nachhaltige Waldbewirtschaftung waren die Beschlüsse der Umweltkonferenz von Rio de Janeiro (1992). Nachhaltige Waldbewirtschaftung orientiert sich heute an den 1993 in Helsinki auf der Ministerkonferenz zum Schutz der Wälder in Europa beschlossenen Definition:

Die nachhaltige Waldbewirtschaftung erfolgt in einer Weise, welche die biologische Vielfalt, die Produktivität, die Verjüngungsfähigkeit, die Vitalität und die Fähigkeit, gegenwärtig und in Zukunft wichtige ökologische, wirtschaftliche und soziale Funktionen auf lokaler und nationaler Ebene zu erfüllen, erhält und anderen Ökosystemen keinen Schaden zufügt.

Dabei sind folgende Kriterien zu beachten:

  • Erhaltung und angemessene Verbesserung der forstlichen Ressourcen und ihr Beitrag zu globalen Kohlenstoffkreisläufen.
  • Erhaltung der Gesundheit und Vitalität von Forstökosystemen.
  • Erhaltung und Förderung der Produktionsfunktion der Wälder (Holz und Nichtholz).
  • Bewahrung, Erhaltung und angemessene Verbesserung der biologischen Vielfalt in Waldökosystemen.
  • Erhaltung und angemessene Verbesserung der Schutzfunktionen bei der Waldbewirtschaftung (vor allem Boden und Wasser).
  • Eine nachhaltige Waldbewirtschaftung dient dem Klimaschutz.
Foto: Stapel mit gefällten Baumstämmen im Wald
Foto: Holzbewirtschaftung in Sachsens Wäldern

Im weiteren Sinne umfassen Zertifizierungssysteme auch den Weg der Waldprodukte (vor allem Holz) vom Forstbetrieb über alle Verarbeitungsstufen bis zum Endverbraucher (Produktkettenzertifizierung; CoC = Chain-of–custody).

Zertifizierungssysteme

Zum Nachweis solcher Standards werden in Deutschland vorwiegend folgende (kostenpflichtige) Zertifizierungssysteme eingesetzt:

  • FSC (Forest Stewardship Council)  und
  • PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certifications Schemes)

Die zertifizierte Waldfläche in Sachsen beträgt gut 54%, weit überwiegend PEFC (nur Städte Chemnitz und Leipzig FSC).

Bild einer Kontrolle zur Einhaltung der Zertifizierungskriterien
Kontrolle zur Einhaltung der Zertifizierungskriterien

Zertifizierung sächsischer Wälder

In Sachsen überprüft eine unabhängige Zertifizierungsstelle im Rahmen einer jährlichen Kontrollstichprobe Waldflächen aller Eigentumsarten. Insgesamt werden etwa zehn Prozent aller Forstbetriebe, die durch Unterzeichnung einer Selbstverpflichtungserklärung ihre Teilnahme an dem Zertifizierungssystem PEFC erklärt haben, geprüft.

Verstöße gegen die Einhaltung der PEFC-Standards werden geahndet; sie können bis zum Entzug des Zertifikates führen.

Im Jahr 2011 hat wiederum eine Rezertifizierung stattgefunden. Am 26.08 2011 erfolgte die Entgegennahme der Urkunde durch Herrn Staatsminister Kupfer.

Das Zertifikat ist fünf Jahre gültig und bescheinigt dem Freistaat Sachsen geeignete Rahmenbedingungen für eine ökologische, ökonomische und sozial nachhaltige Waldbewirtschaftung geschaffen zu haben. Damit besteht für jeden sächsischen Waldbesitzer weiterhin die Möglichkeit, sich mit seiner Waldfläche an dem Prozess der freiwilligen PEFC-Zertifizierung zu beteiligen.

Richtlinien der Zertifizierung

Im Rahmen der Zertifizierung garantiert der Landeswald unter anderem die Einhaltung folgende Standards:

  • Erhalt forstlicher Ressourcen und damit vielfältiger Waldfunktionen (Bewirtschaftungspläne)
  • Erhaltung von Gesundheit und Vitalität des Waldes 
  • pflegliche Waldwirtschaft mit weitestgehendem Verzicht auf den Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln, boden- und bestandsschonende Holzernte, Sicherung der Produktionsfunktion der Wälder
  • Erhalt der biologischen Vielfalt (Biotopschutz, Totholz, angepasste Wildbestände)
  • Erhalt der Schutzfunktion (Bodenschutz, Gewässerschutz…) 
    --> Im Rahmen der Selbstverpflichtung
  • Kontrollen zur Einhaltung der Zertifizierungskriterien

Dokumentation umweltgerechter Waldbewirtschaftung

Zur Dokumentation einer umweltgerechten Waldbewirtschaftung können Waldbesitzer auch die Mitgliedschaft in der Sächsischen Umweltallianz beantragen. Die Umweltallianz wurde 1999 als freiwillige Vereinbarung zwischen dem Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft und 14 Verbänden der sächsischen Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft unterzeichnet. Sie steht für einen partnerschaftlichen Dialog im Sinne einer weiteren Entlastung der Umwelt.

zurück zum Seitenanfang