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MooReSax

Moorwissen umsetzen - Moorrevitalisierung in der Modellregion Westerzgebirge/Sachsen

Projektlaufzeit: 01.04.2021 – 31.03.2025

Das Verbundvorhaben MooReSax umfasst die Zusammenführung und Bereitstellung von Fachinformationen zu Waldmoor-Standorten sowie die Planung, Umsetzung und Dokumentation von praxisnahen und effizienten Revitalisierungsmaßnahmen im Wald. Die Ergebnisse sollen in einem Moorentwicklungskonzept für das sächsische Mittelgebirge zusammenfließen.

Insgesamt werden zehn Moore im Landeswald aktiv wiedervernässt, um eine positive Entwicklung der wertvollen Ökosysteme anzustoßen oder den aktuellen Erhaltungszustand zu sichern, der bedingt durch den Klimawandel und die damit vermehrt auftretende Trockenheit, gefährdet ist. Der Umfang der durchzuführenden Revitalisierungsmaßnahmen richtet sich nach dem jeweiligen Ausgangszustand der Moorobjekte. Ein vegetationsökologisches Monitoring mittels Fernerkundung dokumentiert im Anschluss die Entwicklung der wiederbelebten Moore im Westerzgebirge.

Blick auf das Moor
Das Moor am Pfahlberg bei Oberwiesenthal ist eines der insgesamt zehn Revitalisierungsobjekte, dessen Zustand durch eine Wassereinspeisung aus dem Umfeld gesichert und weiter verbessert wird.  © Foto: Ulrich Wendt

Gefördert wird das Projekt durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft und dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit aus Mitteln des Waldklimafonds. Zusätzliche Mittel stammen vom Sächsischen Staatsministerium für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft.

20.09.2021: Revitalisierungsmaßnahmen im Heuschuppenmoor abgeschlossen

Bagger bei Bauarbeiten im Moor © Foto: Isabelle Fanghänel

In einem der zehn Revitalisierungsobjekten des Projektes MooReSax wurden bereits die geplanten Maßnahmen vollständig umgesetzt. Im Heuschuppenmoor im Revier Johanngeorgenstadt, Forstbezirk Eibenstock dauerte es lediglich zwei Wochen, um insgesamt 88 Staue und fünf Durchlässe mit Hilfe eines Kleinbaggers anzulegen. Die Kosten der Baumaßnahmen wurden vom Freistaat Sachsen bereitgestellt. Für die Bauausführung war die Firma B+ forstconcept GmbH zuständig. Die Umsetzung der Revitalisierungsmaßnahmen wurde von einem Pressevertreter des Mediendienstes Ost begleitet. Dr. Rainer Petzold vom Kompetenzzentrum Wald und Forstwirtschaft, Clemens Weiser, Leiter Staatsforstbetrieb im Forstbezirk Eibenstock und Dr. Andreas Wahren, Hydro Consult GmbH, standen für Fragen zur Verfügung. Anfang Oktober folgen dazu Beiträge bei MDR Sachsen und im Deutschlandfunk Kultur Länderreport.

Presseinformationen

Veranstaltungen

04.10.2021 – 06.10.2021 Exkursion in den Nationalpark Hunsrück-Hochwald

Fachlicher Austausch mit der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft Rheinland-Pfalz im Rahmen des Forschungsprojektes MoorWaldBilanz („Kohlenstoffbilanzen bei der Renaturierung von Moorwäldern am Beispiel des Nationalpark Hunsrück-Hochwald“) und der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz zu umgesetzten Revitalisierungsmaßnahmen.

24.06.2021: Exkursion des Projektteams in den Forstbezirk Eibenstock

Martin Baumann (links) und Andreas Wahren am Bewässerungsgraben
Martin Baumann vom Staatsbetrieb Sachsenforst (li.) und Andreas Wahren von Hydro-Consult (re.) sprechen über mögliche Revitalisierungsmaßnahmen am Entwässerungsgraben im Schwefelbachmoor.  © Foto: Isabelle Fanghänel

Am 24.06.2021 fand eine Auftakt-Exkursion des Projektteams in den Forstbezirk Eibenstock statt, um die Projektregion und einige der geplanten Revitalisierungsobjekte zu besichtigen.

Das Projektgebiet befindet sich im Westerzgebirge (Forstbezirke Neudorf und Eibenstock) und wird als Modellregion betrachtet. Hier werden im Landeswald in der Projektlaufzeit repräsentative Moorstandorte mit unterschiedlichem Ausgangszustand revitalisiert. Die Auswahl konkreter Flächen erfolgte als Teil der Projektvorbereitung in Abstimmung mit den Forstbezirken und in der gemeinsamen Arbeitsgruppe der Landesdirektion Sachsen „Trinkwasser und Moorschutz (TRIWAMOO)“ mit Vertretern der Landestalsperrenverwaltung, des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, eines regionalen Wasserversorgers, des Naturparks Erzgebirge/Vogtland sowie der unteren Wasser- und Naturschutzbehörden der Landkreise. In einem Workshop in Johanngeorgenstadt im Forstbezirk Eibenstock im September 2020 beteiligten sich zudem auch die regionalen Akteure (Bürgermeister, Umweltverbände und Naturschutzzentrum) an der Auswahl der Gebiete und gaben ihre Hinweise zu den Projektinhalten.

Übersichtskarte von Sachsen mit dunkelgrün eingezeichneten Moorkomplexen.

Das Forschungsprojekt ist in zwei Teilvorhaben strukturiert:

Schematische Darstellung des Zusammenwirkens der Teilvorhaben und Arbeitspakete
Das Projekt ist in zwei Teilvorhaben geteilt. Teilvorhaben I wird vom Kompetenzzentrum Wald und Forstwirtschaft des Staatsbetriebs Sachsenforst bearbeitet und Teilvorhaben II von Dr. Dittrich & Partner Hydro-Consult GmbH. 

Teilvorhaben I: Management von Moorinformationen und deren Nutzung für Revitalisierungsmaßnahmen und Monitoring

Die Bearbeitung dieses Teilvorhabens erfolgt federführend vom Kompetenzzentrum Wald und Forstwirtschaft des Staatsbetriebs Sachsenforst. Es beinhaltet die Projektkoordination, die Projektkommunikation nach innen und außen, die Zusammenführung und Strukturierung aller bereits vorhandenen Moorinformationen, das vegetationsökologische Monitoring mittels Fernerkundung sowie die Durchführung beispielhafter Revitalisierungsmaßnahmen.

Teilvorhaben II: Bewertung von Hydrologie und Ökosystemdienstleistungen bei der Moorrevitalisierung

Aufgrund der notwendigen moorhydrologischen Expertise bei der Revitalisierung von degradierten Mooren und den Erfahrungen in der Treibhausgas-Bewertung von Moorökotopen bzw. Bewertung von Ökosystemdienstleistungen von Mooren und Moorrevitalisierungen, wird das Teilvorhaben II vom Verbundpartner Dr. Dittrich & Partner Hydro-Consult GmbH bearbeitet.

Rund 2.100 Hektar Moore und Moorwälder kommen natürlicherweise im sächsischen Staatswald vor, sind aber nur noch in Teilen wiederfindbar. Der überwiegende Teil dieser wertvollen Ökosysteme liegt im Erzgebirge. Der Gesamtbestand der Moore (Moorböden) in Deutschland wird auf 1.419.000 ha geschätzt (etwa 4% der Bundesfläche). Sachsenforst engagiert sich bereits seit mehr als 15 Jahren erfolgreich für die Wiederherstellung von Waldmooren und konnte vor allem im Erzgebirge bislang fast 700 Hektar wiedervernässen.

Intakte Moore wirken als Wasserspeicher und können dadurch Dürre- und Hochwasserphasen abmildern. Zudem sind sie Lebensraum für spezialisierte Tier- und Pflanzenarten. Nicht zuletzt sind sie aufgrund der mächtigen Torfauflagen enorme Kohlenstoffspeicher und damit wichtig für den Klimaschutz.

Durch Bergbau, intensive Landnutzung und Torfabbau wurden Moore über Jahrhunderte entwässert und zerstört, so dass nur noch ein kleiner Teil der ursprünglich natürlich vorkommenden Moore existiert.

Ein Mitarbeiter hält Torfmoos in seinen Händen.
Durch die Wiedervernässung der Waldflächen wird das Wachstum von Torfmoosen angeregt.  © Foto: Rainer Petzold

Intensivfläche des MoMoK-Wald im Forstbezirk Eibenstock

Anlage zur Messung der Treibhausgasemissionen auf der Moorfläche
Autohaubensysteme des Leibnitz-Zentrums für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V. zur Analyse der Treibhausgasemissionen in einem Moor bei Zarnekow. Im Großen Eisenstraßenmoor wird eine Weiterentwicklung des dargestellten Systems zum Einsatz kommen.  © Foto: Marten Schmidt (ZALF)

Das Thünen-Institut für Waldökosysteme etabliert in den nächsten Jahren ein bundesweites Moorbodenmonitoring für den Klimaschutz im Bereich Wald (MoMoK-Wald). Hierfür werden bundesweit 50 Monitoringflächen ausgewählt. Mit Hilfe der Analyse des Grundwasserstandes und Geländehöhenänderung werden Änderungen des C-Speichers sowie der C-Emissionen der Moorböden indirekt abgeschätzt, um die Klimaberichterstattung für organische Böden zu verbessern.

Um die Ergebnisse mit direkt gemessenen Emissionen zu validieren sowie den immer bedeutenderen Prozess der Moorrevitalisierung aus Sicht der Treibhausgasemissionen (THG) zu begleiteten, werden ergänzend zum MoMoK-Wald zwei Intensivflächen im Rahmen von Moorrevitalisierungsprojekten sowie vier entwässerte und vier naturnahe Referenzflächen eingerichtet. Ziel ist die Erfassung des Ausgangs- und Endzustandes der Revitalisierung im Hinblick auf die THG-Emissionen. Hier werden mit Hilfe von Haubenmessungen die CO2-, CH4- sowie N2O-Emissionen direkt gemessen. Das Thünen-Institut für Waldökosysteme kooperiert hierzu mit dem Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V., welches die Messtechnik nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft bereitstellt sowie bei der Auswertung der Messergebnisse unterstützt.

Ein Intensivstandort wird im Großen Eisenstraßenmoor im Forstbezirk Eibenstock eingerichtet. Der Hochmoorstandort ist mit Fichte bestockt und befindet sich in der Revitalisierung. Die dazugehörigen entwässerten Referenzflächen befinden sich ebenfalls im Forstbezirk Eibenstock. Die naturnahen Referenzflächen sind im Friedrichshaider Hochmoor sowie im Brummeisenmoor geplant. Die Auswahl der Standorte erfolgte in enger Zusammenarbeit mit dem Staatsbetrieb Sachsenforst.

Logos der Projektpartner
Die Logos des Thünen-Institutes und des Leibnitz-Zentrums für Agrarlandschaftsforschung e.V. 
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